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Oma Caras Vermächtnis an uns

 


Am 31.8.2005 mussten wir unsere Cara im Alter von 17 Jahren über die Regenbogenbrücke gehen lassen.


Unser Mädchen war Zeit seines Lebens eine friedliche ruhige Hündin.
Sie hatte noch einige weitere Geschwister. Eltern waren zum einen ein Jagdhund und zum anderen eine Yorkiedame. Fragt nicht wie das klappte, aber es ging.
Der Besitzer wollte damals die Welpen ertränken. Mein Mann kümmerte sich dann im Betrieb darum, dass die Welpen Besitzer fanden. Er selbst nahm ja dann auch eines. So blieb den Babys der Tod erspart und das Herrchen war glücklich und zufrieden.

 

CaraCara

Nun, irgendwann war es dann eben soweit, dass Cara nicht mehr laufen konnte, die Blase nicht mehr kontrollieren konnte und einige andere Dinge nicht mehr stimmten. Nach langem Überlegen entschlossen wir uns dazu sie gehen zu lassen. Unsere Tierärztin war bereit sie bei uns zuhause zu erlösen. Und so starb Cara in den Armen meines Mannes.

 

Ich selbst habe nur die Einschlafspritze mitbekommen, weil ich total am Boden zerstört war und das nicht sehen konnte. Ich hab schon wochenlang vorher nur geheult als feststand wann sie stirbt.

Auch hatten wir uns angesichts dieser Sache geschworen, das uns kein Hund mehr in Haus kommt. Dass wir überhaupt kein Tier mehr wollen. Wir wollten mal tun und lassen was WIR wollten - ohne Verpflichtungen.

 

CaraCaraDass Caras Tod alles ändern würde - unsere gesamte Einstellung - daran hätten wir niemals geglaubt.
Mein Mann war von seinen Empfindungen total überrascht. Er hat gelitten wie ein Tier als unser altes Mädchen einschlief. Völlig am Ende grub er im Garten ihr Grab. Füllte es mit Heu und einer alten Decke. Danach pflanzte er zum Andenken an sie ein Apfelbäumchen.

 

Am Tag danach saß er morgens am Rechner (zu einer Zeit wo er normalerweise mit dem Hund gegangen wäre). Aus verweinten Augen schaute er mich an und fragte mich: "Mausi? Kann ich mit dir Gassi gehen oben auf die Wiese?" Und brach wieder weinend zusammen.

Um sich abzulenken fing er an im Hof ein Carport zu bauen, das wir eigentlich gar nicht brauchten. Hauptsache nicht nachdenken und sich beschäftigen.

Am nächsten Tag hielt ich es nicht mehr aus und schaute auf Tierheimseiten nach ob es nicht doch wieder ein Hund sein sollte. Fand unter anderem auch unseren Mäx.
Vorsichtig brachte ich das Thema Hund zur Sprache als er nach mir schauen kam. Und 10 Minuten später waren wir auf dem Weg ins erste Tierheim.

Der Hund in den er sich da zunächst verliebte war leider ein Pensionshund.
Und so gings dann am Tag darauf nach Ludwigshafen. Dort im Tierheim fanden wir Mäx und Sammy. Wobei sich bei Sammy schnell herausstellte, dass ich selbst ihn nie hätte halten können. Denn auch mein durchaus kräftiger Mann wurde erstmal quer über den Vorplatz gezogen. Das ganze in einem Affenzahn.

Dann bekamen wir Mäx. Wir gingen zusammen mit einer Dame aus dem Tierheim und beiden Hunden. Und plötzlich war mein Mann verschwunden - samt Hund. Wenig später sahen wir die beiden am See sitzen. Beide im Gras - nebeneinander - und mein Mann hatte einen Arm um Mäx geschlungen der dicht bei ihm saß. Ein Bild, das ich wohl nie wieder vergessen werde.

Ab dem Moment war klar: die beiden haben sich gesucht und gefunden.

Am 6.9.2005 zog Mäx dann zu uns. Und seit diesem Tag hat sich unser Leben komplett verändert.

Cara war ein Hund der im Grunde nichts durfte. Nicht ins Bett - nicht aufs Sofa - nicht in die Küche. Gekuschelt wie wir es heute machen wurde sie so extrem nie. Sie war für uns einfach nur ein Hund. Und wir vielleicht damals noch nicht so weit wie heute.

 

CaraCara Heute leisten wir oft stille Abbitte bei unserem alten Mädchen. Und wenn wir daran denken wie "lieblos" wir sie behandelt haben, kommen uns beiden noch heute oftmals die Tränen.

 

 


Heute versuchen wir wohl all das was wir verpasst haben an Mäx, Luna und auch Maja wieder gut zu machen.

Und wir freuen uns das Caras Apfelbäumchen, das wir beim Umzug ausgegraben haben, hier wieder gut angewachsen ist und dieses Jahr erste Früchte trägt. Cara selbst haben wir ruhen lassen wo sie war. In unserem Herzen lebt sie weiter.

Wer weiß - vielleicht freut sie sich ja dass wir uns so entschieden haben...
Vergessen werden wir sie nie. Denn ihr haben wir viel zu verdanken.

 

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