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Ein tibetisches Bedürfnis

 

Urlaub mit Tibetern ist eigentlich am schönsten, wenn es steinige Wege und steile Pfade gibt. Es verschlug uns mal wieder nach Frankreich, dort hat es davon genug und noch etliches mehr.

Alleine macht auch einem Tibeter das Reisen keinen Spaß, deshalb beschlossen wir zusammen mit noch zwei Kumpels incl. Frauchen zu fahren. Strand, Sonne und Meer verwöhnten uns und unsere 3 Tibeter genossen in vollen Zügen.
Ohne Ausflüge in die nähere Umgebung geht es natürlich in keinem Urlaub. So landeten wir auf La Dune. Das ist eine riesige Sanddüne direkt am Meer.

Allein der Aufstieg zur Düne ist schon ein sandiges Erlebnis. Oben angekommen ist man überwältigt von dem wunderschönen Ausblick, denn die Sandwüste der Düne fällt so ca. 800 m in Richtung Meer ab.

Einige Unerschrockene liefen doch wirklich die ganze Düne runter um unten im Meer zu baden. Wir aber wollten uns den beschwerlichen Rückweg mit Aufstieg ersparen. Wir durchquerten die Düne mit unseren Hunden, nutzen die Zeit zum Stöckchen werfen und Sitzen im Sand. Unsere Hunde fanden es toll. Ich bemerkte, dass Ory leicht unruhig wurde und immer hin und her lief. Ich konnte mir nicht erklären was los war.

Eine Frau saß im Sand in unserer Nähe und genoss genau wie wir die tolle Aussicht. Ihre Tasche hatte sie dicht neben sich und sie träumte sichtlich vor sich hin. Ory lief auf sie zu und ich rief ihn zurück, denn ich kenne meinen neugierigen Vierbeiner. Er muß immer alles genau inspizieren, insbesondere die Taschen von anderen Leuten, es könnte ja was zu Essen drin sein. Aber nein, ich hatte keine Chance, sein Weg führte ungebremst direkt zu der Frau, ich konnte nichts machen! Wie würde sie reagieren? Hat sie vielleicht Angst vor Hunden oder etwa wirklich Leckerlis in der Tasche? Alles das ging mir in Sekundenschnelle durch den Kopf. Aber diesmal irrte ich mich gewaltig. Plötzlich fing er an, an ihr zu schnuffeln und mir wurde schlagartig klar, dass Ory sie als Baum benutzen wollte. Denn endlich hatte er etwas gefunden, was seine Not lindern konnte. Auf der ganzen Düne gibt es eben nur Sand, aber nichts für das dringende Bedürfnis eines Rüden. Wie das halt immer so ist bei uns Menschen verstand ich die verzweifelten Blicke meines Tibeters erst, als das Malheur passiert war!

Ich schimpfte natürlich sofort und versuchte Schadensbekämpfung, aber wir beide hatten Glück, die Frau war glücklicherweise, wie fast alle Franzosen, Hundeliebhaberin und lachte kräftig über meinen völlig verzweifelten Ory.

Vielleicht sollten wir den Franzosen vorschlagen ganz oben auf La Dune einen Baum zu pflanzen für all die verzweifelten Rüden, die dort oben mit ihren Zweibeinern rumlaufen. Ory jedenfalls fände das mit Sicherheit gut!

 

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